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HANSA Landhandel

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Die HANSA Schweinefachtagung fand am 04.01.2017 in Mulmshorn statt

Vortrag Hans-Jörg Eynck B+C Tönnies

zusammenfassender Bericht aus der Bauernzeitung als PDF

zusammenfassender Bericht aus dem Bauernblatt als PDF

zusammenfassender Bericht aus der Land & Forst als PDF

Schweinefachtagung HANSA Landhandel:

Deutsches Schweinefleisch ist der Mercedes auf dem Weltmarkt

Das neue Jahr startete gleich mit einer sehr interessanten Veranstaltung: Der Hansa Landhandel lud ein zu seiner alljährlich stattfindenden Schweinefachtagung nach Mulmshorn. Weit mehr als 200 Zuhörer kamen, um sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Schweinemarkt zu informieren.

 

Weltweit große Fleischnachfrage

Hans-Jörg Eynck von der Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG aus Rheda-Wiedenbrück machte gleich zu Beginn den Zuhörern Mut: „Wir haben weltweit eine wachsende Nachfrage nach Fleisch, Eiern und Milch. Vor allem in China wird die Mittelschicht größer, dort steigt die Nachfrage auch nach edleren Teilstücken, und das gilt auch für weitere Staaten. Die BRICS-Staaten, also aufstrebende Volkswirtschaften wie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sind echte Wachstumstreiber. Russland allerdings ist da separat zu sehen, denn hier besteht immer noch das Embargo.“ Asien sei sehr interessant für den Export, die Philippinen, Vietnam, Südkorea – Tönnies versuche bereits jetzt schon weitere Märkte zu erschließen, um die derzeitigen Exportmengen auch zukünftig abzusichern. Derzeit liege der Exportanteil bei Tönnies bei 52 %, wovon nur 25 % in die EU geht, der Rest in Drittstaaten. Export sei wichtig, denn die Europäer würden nur bestimmte Teilstücke vom Schwein essen. In Asien gebe es einen großen Markt für Füße, Nasen und weitere Schweinenebenprodukte. Es sei ethisch eben nicht vertretbar, das restliche Fleisch einfach wegzuwerfen. Zudem werde der Fleischverbrauch in Europa sinken, das stelle den Markt vor neue Herausforderungen.

 

Immer mehr Tierwohlanforderungen

In Deutschland und Europa machen ihm große Sorgen, dass speziell der Sauenbestand sich immer weiter verringere. Denn der Trend in der Vermarktung gehe zu mehr Regionalität. Doch Schweine mit viermal D, also geboren, aufgezogen, gemästet und geschlachtet in Deutschland sind bald schwer zu bekommen, wenn die Entwicklung so weitergeht. Die Leistungen der Sauen steigen zwar, aber das kompensiere nicht die fehlenden Ferkel durch Betriebsaufgaben. Der Ferkelimport aus Holland und Dänemark steige kontinuierlich. Zudem verunsichere das neue Urteil zum Kastenstand. 

Schweinehalter befänden sich in der Klemme, und im Jahr der Bundestagswahl 2017 sei es schwer, eine Prognose abzugeben, weil man nicht wisse, in welche Richtung die Politik sich bewegen werde. „Die Politik wird sich auch an den Verbrauchern orientieren, und die wollen sichere und regionale Lebensmittel mit Gesundheitsmehrwert sowie Fleisch aus artgerechter Tierhaltung. Es soll das staatliche Tierwohllabel kommen und der Handel stellt immer mehr spezielle Anforderungen an die Produzenten hinsichtlich Tierwohl.

 

Innovationen bieten Chancen

Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, innovative Produkte wie z.B. das Toasty zu entwickeln, die auch junge Leute zum Fleischkonsum animieren.   Auch neue Serviceangebote wie fTrace (https://www.ftrace.com/de/de), eine APP für das Smartphone, mit der Produkte chargengenau zurückverfolgbar sind, helfen dem Fleischabsatz. Die Kunden bzw. Nutzer  erfahren nicht nur die Herkunft des Fleisches, sondern bekommen auch gleich noch Tipps zur Zubereitung. „In der Summe bieten sich den Schweinehaltern gute Perspektiven. Die Vermarkter befinden sich im Wettbewerb um das Schwein. Innovative Produkten und die Erschließung neuer Märkte kurbeln den Verbrauch an. Gerade deutsches Schweinefleisch hat international einen hervorragenden Ruf, ist quasi der Mercedes. Das wollen wir weiter produzieren und exportieren, “ ermutigte Eynck die Schweinehalter.

 

Verstärkte Produktion  für bestimmte Märkte

Christian Meyer vom Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, Schleswig-Holstein, appellierte an die Landwirte, sich aufgrund der aktuellen Diskussionen über Tierschutz in der Nutztierhaltung schon jetzt Gedanken zu machen, was im eigenen Stall verändert und verbessert werden kann. „Derzeit haben wir noch in der Vielzahl die klassischen Stallungen, doch der Strukturwandel kommt, den müssen wir im Blick behalten, um vorbereitet zu sein. Es werden z.B. schon jetzt in den Schweinestallungen immer höhere Rohfasergehalte im Futter an die Schweine verfüttert, aber auch immer mehr Heu und Stroh eingesetzt. So sollte man bei Neubauten gleich die Güllesysteme so einplanen, dass eine geringe Menge Stroh, Heu oder Silage eingesetzt werden kann.  Sollen es mehr als kleinste Mengen werden, müsste zusätzlich eine Unterflurentmistung eingeplant werden. Wir brauchen Haltungssysteme, die durchgängig gut sind, wir müssen die bestehenden Systeme optimieren und beim Neubau gleich darauf achten.“ Die Produktion werde immer mehr direkt für bestimmte Märkte ausgelegt werden. Zusätzliche und freiwillige Maßnahmen, die den Schweinen  zu Gute kommen, sollten auch über den Fleischpreis entlohnt werden. Allerdings warnte Meyer davor, vorschnell neue Haltungssysteme einzubauen, die keine Rechtssicherheit haben. „Warten Sie, bis es eindeutige Verordnungen gibt, so dass eine Rechtssicherheit besteht. Gesundheit und Leistung der Schweine müssen zu jederzeit gewährleistet werden. Wenn man Ihnen sagt, Sie sollen etwas umbauen, ohne dass es dafür eine rechtliche Sicherheit gibt, können Sie sich weigern und dagegen klagen.“ 

 

Nicht vorschnell Ställe umbauen

Speziell die Sauenhaltung stehe im Fokus:  Diskutiert wird: im Deckzentrum müsse erheblich mehr Platz für die Sauen eingeplant werden, denn in der Güstzeit sollen die Sauen frei laufen können. Im Wartestall müssen die Sauen schon ab dem 4. Trächtigkeitstag  eine Freilauffläche haben. Bewegungsbuchten zum Abferkeln seien im Gespräch und der normale Ferkelschutzbügel gehe so auch nicht mehr, da komme sicher bald ein bundesweites Urteil. Die Verunsicherung ist sehr groß, so Meyer. Derzeit sehe es so aus, dass das Bundesverwaltungsgericht Ende 2016 das sogenannte "Magdeburger Urteil" bestätigt hat. Darin heißt es, dass es jedem Schwein entsprechend seiner Größe möglich sein muss, im Haltungssystem jederzeit ungehindert in Seitenlage mit ausgestreckten Gliedmaßen zu ruhen. In Hessen gebe es nun den ersten Erlass vom hessischen Landwirtschaftsministerium zu dem Urteil, demzufolge bleiben den hessischen Schweinehaltern nur sechs bis maximal zwölf Monate Zeit, ihre Ställe gegebenenfalls anzupassen, wenn ihre Kastenstandhaltung nicht den Vorgaben des § 24 TierSchNutztV bzw. dem Urteil  entspricht. Die Schweinehalter müssten ein Konzept erarbeiten, wie sie die Kastenstände umbauen werden. Anhand dessen seien die notwendigen Maßnahmen im Einzelfall unter dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit anzuordnen. „Die sauenhaltenden Betriebe in Hessen sehen sich aufgrund dieses Erlasses in ihrer Existenz gefährdet“, so Meyer, „deshalb sind wir bemüht, hier noch einen Aufschub zu erreichen. Auf das genetische Potential kleinerer Sauen zurückgreifen, um einen Umbau nicht zu vollziehen, ist nicht möglich, denn fast alle Produktionssauen unserer klassischen Geneticken  haben die gleichen Abmessungen. Denkbar wäre auch die Nicht-Belegung eines angrenzenden Kastenstandes,  um diesen freiwerdenden Platz zu nutzen. Aber das sind einschneidende Eingriffe in die Produktion, die viele Betriebe nicht stemmen können.“

 

Kein „Weiter wie bisher“

Meyer betonte aber auch, dass es ein „weiter wie bisher“ für viele Betriebe definitiv nicht geben werde. Bestehende Regelungen und Gesetze würden derzeit angeschaut und auch verstärkt auf ihre Umsetzung kontrolliert. Deswegen sei jeder Schweinehalter gut damit beraten, die Schwachstellen des eigenen Betriebes zu optimieren. Einige Beispiele: „21 bis 28 Tage Säugezeit, intakter Schwanz, Beschäftigung im Stall, gute Klimagestaltung, entsprechender Platzanspruch  pro Tier,  ausreichend Sauf- und Fressplätze –usw.  je früher wir hier fit sind, desto besser. Es gibt ein Sprichwort: Wenn wir uns mehr um die guten Schweine kümmern, haben wir automatisch weniger schlechte Schweine.“  

 

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